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Pfändung

Die Pfändungsbeamtin berechnet das Existenzminimum der zu pfändenden Person ohne die Steuerraten und weiteren Zusätze.  Sie veranlasst, dass derjenige Betrag, der dieses Existenzminimum übersteigt (=die pfändbare Quote), vom Arbeitgeber direkt an das Betreibungsamt überwiesen wird.

Für nähere Auskünfte wenden Sie sich an das für Sie zuständige Betreibungsamt, das Sie über die Betreibungspraxis in Ihrem Kanton, in Ihrem Bezirk orientiert.

Im betreibungsrechtlichen Existenzminimum sind die Steuern nicht enthalten. Bei einer länger dauernden Lohnpfändung lassen sich deshalb in der Regel neue Steuerschulden nicht verhindern.
Die Schuldenberatung Schweiz begrüsst es sehr, wenn die nachweisbar bezahlten monatlichen Akontozahlungen im Einzelfall angerechnet werden. Dies kommt in einzelnen Kantonen wie Solothurn oder bei einzelnen Betreibungsämtern vor. Fragen Sie nach diesen Möglichkeiten.

Jede einzelne Pfändung kann bis zu einem Jahr dauern.
Weitere Gläubiger, die das Fortsetzungsbegehren innerhalb von 30 Tagen nach dem Vollzug der vorangegangenen Pfändung stellen, nehmen an der gleichen Pfändung teil. Die Pfändung wird jeweils so weit ergänzt, soweit dies zur Deckung aller Forderungen der Gläubigergruppe notwendig ist.
Gläubiger, die das Fortsetzungsbegehren erst nach Ablauf der 30-tägigen Frist stellen, bilden eine weitere Gruppe mit gesonderter Pfändung.

Die Grundversicherungsprämien der Krankenkassen und deren Kostenbeteiligungsforderungen sind im Pfändungsverfahren privilegiert. Die Krankenkassen bekommen innerhalb einer Pfändungsgruppe das gepfändete Geld als erste Gläubiger.

Für den offenen Restbetrag erhalten die Gläubiger vom Betreibungsamt einen Verlustschein.

 

Leben Sie mit einem Partner oder einer Partnerin zusammen ohne gemeinsame Kinder und wurde Ihnen der Grundbetrag vom Betreibungsamt auf Fr. 850.- pro Monat gekürzt?  Falls Sie weniger als fünf Jahre zusammenleben, können Sie sich wehren.


Die Gebühren trägt der Schuldner, und wenn gar nichts zu holen war, der Gläubiger. Alles zu den Gebühren.

Der Pfändungsbeamte kann auch eine "stille Lohnpfändung", einen Pfändungsaufschub gemäss Art. 123 SchKG akzeptieren, bei der Sie den Betrag selbst überweisen und somit der Arbeitgeber nichts erfährt.

doc Musterbrief stille Pfändung. Gesuch um Zustimmung des Gläubigers

  • Halten Sie unbedingt die Termine mit dem Betreibungsamt ein.
  • Achten Sie auf Ihre Informationspflichten, auf Ihre Rechte und Spielräume im Betreibungsverfahren.

pdf Betreibung. Was kann ich tun, wenn ich eine Betreibung erhalte?

pdf Konkubinat. Halbierung des Ehepaar-Grundbetrags?

Leben Sie mit einem Partner oder einer Partnerin zusammen ohne gemeinsame Kinder und wurde Ihnen der Grundbetrag vom Betreibungsamt auf Fr. 850.- pro Monat gekürzt?  Falls Sie weniger als fünf Jahre zusammenleben, können Sie sich wehren.

Unpfändbare Einkommen, unpfändbare Gegenstände

  • Sozialhilfeleistungen und einmalige Unterstützungen öffentlicher und privater Stellen für Notfälle
  • Schadenersatz- und Genugtuungsleistungen für Opfer von Gewaltdelikten
  • Leistungen aus der ersten Säule der AHV und IV, inklusive rückwirkender Auszahlungen und damit bezahlter Gegenstände.
  • Ergänzungsleistungen (EL) und Leistungen der Familienausgleichskassen.
  • Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Unpfändbar sind Kompetenzstücke wie z.B. Kleider, Bett, Tisch usw., sowie Geräte zur (rentablen) Berufsausübung (Werkzeug, Auto).
    Viele Gegenstände sind schwer verwertbar, die Versteigerung lohnt sich nicht, die Unkosten für die Verwertung sind zu hoch.
  • Tiere, die im häuslichen Bereich und nicht zu Vermögens- oder Erwerbszwecken gehalten werden
  • die religiösen Erbauungsbücher und Kultusgegenstände
  • die Werkzeuge, Geräteschaften, Instrumente und Bücher, soweit sie für den Schuldner und seine Familie zur Ausübung des Berufes notwendig sind
  • Ansprüche auf Vorsorge- und Freizügigkeitsleistungen gegen eine Einrichtung der beruflichen Vorsorge vor Eintritt der Fälligkeit
  • Arrestierung/Pfändung 3. Säule: Die 3. Säule ist vor Eintritt der Fälligkeit unpfändbar gem. SchKG Art. 92 Abs.1 Ziff.10. (Solange der Anspruch nicht fällig ist, hat die versicherte Person bloss eine Anwartschaft auf die Leistung.) Erst wenn sie fällig wird, wird der Anspruch gem. SchKG Art. 93 Abs.1 pfändbar.

    Gegenstände, bei denen anzunehmen ist, dass der Erlös die Verwertungskosten nur geringfügig übersteigen würde, dürfen ebenfalls nicht gepfändet werden.

    Ersatzvornahme nach Art. 92 Abs. 3 SchKG
    Gegenstände, welche gemäss obiger Auflistung unpfändbar aber von hohem Wert sind, sind dennoch pfändbar. Sie dürfen dem Schuldner jedoch nur weggenommen werden, sofern der Gläubiger vor der Wegnahme Ersatzgegenstände von gleichem Gebrauchswert oder den für die Anschaffung erforderlichen Betrag zur Verfügung stellt.

Pfändbare Einkommen, Pfändbare Gegenstände

  • alle Lohn- und Lohnersatz-Zahlungen ausser den obengenannten Einkommen,
  • also auch Pensionskassengelder der 2. Säule (Alters- und IV-Renten)
  • IV-Taggelder
  • Barauszahlungen der beruflichen Vorsorge (Säule 2 und 3a) bei vorzeitiger Pensionierung, bei Auswanderung und Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit.
  • Wertgegenstände wie Videogeräte, Schmuck etc. werden gepfändet, wenn der Gläubiger die Verwertung verlangt und bevorschusst.
  • Sie können vor der Verwertung lieb gewordener wertvoller Gegenstände, z.B. einem Musikinstrument, eine Drittperson für den Freihandkauf gewinnen. 
    Diese Drittperson kauft den Gegenstand zum Schätzungspreis, den der Pfändungsbeamte festgelegt hat, plus einem Zuschlag.
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